Lernbaustein 2.2 Zahlen bis 100
Warum?
- Ordinale und kardinale Zahlvorstellungen sind zentral für den Umgang mit Zahlen und für das Rechnen. Zahlvorstellungen im Zahlenraum bis 100 können und sollten dabei auf Grundlage der Erfahrungen im Zahlen raum bis 20 weiterentwickelt werden (siehe Lernbaustein 1.1 und 1.5).
- Eins der wichtigsten Lernziele dabei ist die Entwicklung eines tragfähigen Stellenwertverständnisses. Hierzu gehört unter anderem das Wissen, wie Zahlen aufgeschrieben werden, und zwar unter Berücksichtigung folgender Prinzipien: fortgesetzte Bündelung: immer 10 Einer sind 1 Zehner, immer 10 Zehner sind ein Hunderter, usw. Positionsprinzip: die Stelle, an der eine Ziffer steht, bestimmt ihren Wert Prinzip des Zahlenwerts: an der entsprechenden Position steht eine Ziffer, die angibt, wie viele Bündel des entsprechenden Stellenwerts gegeben sind. Zudem müssen die Regeln der Zahlwortbildung im Deutschen gut verstanden und reflektiert sein.
- Für eine ordinale Zahlvorstellung müssen Zahlen als Position und vor allem in Relation zu anderen Zahlen gedacht werden (Vorgänger, Nach folger, Nachbarzehner, liegt näher an, liegt weiter weg von, liegt genau zwischen, kommt nach, kommt vor).
- Wie schon im Zahlenraum bis 20 können auch im Zahlenraum bis 100 Zahlvorstellungen nur aufgebaut werden durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Zahldarstellungen sowie durch den Darstellungswechsel zwischen ihnen.
Wann?
Einsatz im Lernprozess
- nachdem der Zahlenraum bis 20 systematisch thematisiert wurde (Lernbaustein 1.5) und sowohl kardinale als auch ordinale Zahlvorstellungen in diesem Zahlenraum entwickelt wurden
- nachdem im Unterricht der Zusammenhang zwischen Zehnern und Einern sowie ihre Rolle beim Sprechen und Schreiben von Zahlen ausführlich thematisiert wurde
- vor der systematischen Thematisierung von Rechenstrategien im Zahlenraum bis 100 (Lernbaustein 2.6 und 2.7)
Voraussetzungen
- Die Kinder wissen, dass ein Zehner aus 10 Einern besteht.
- Die Kinder können bündeln und entbündeln.
- Die Kinder kennen für den Zahlenraum bis 100 die Regeln der Zahlwortbildung im Deutschen: Zuerst werden die Einer, dann die Zehner genannt; die Zehner sind durch den Wortbestandteil „ zig“ gekennzeichnet.
- Die Kinder kennen den Zahlenstrahl bzw. den Rechenstrich als ordinale Veranschaulichung des Zahlenraums.
- Die Kinder können Zahlen im Zahlenraum bis 100 strukturnutzend darstellen und erkennen (z. B mit dem Zehnersystem Material, am Rechenrahmen o. ä.).
Worauf kommt es an?
Zielsetzungen
- Die Kinder benennen und beschreiben strukturnutzend Zahlen im Zahlenraum bis 100 und berücksichtigen hierbei insbesondere die Unterscheidung zwischen Zehnern und Einern. Das gleiche gilt für die Zahldarstellung.
- Die Kinder orientieren sich im Zahlenraum bis 100, indem sie Zahlbeziehungen nutzen und beschreiben. Hierbei können sowohl kardinale (mehr, weniger, wie viele?, …) als auch ordinale (vor, nach, näher an, …) Beziehungen erkannt, genutzt und beschrieben werden.
Diagnostischer Blick
- Nutzen die Kinder (dekadische) Strukturen bei der Mengenerfassung und -darstellung? Erkennen, nutzen und beschreiben sie Abstände und ordinale Beziehungen?
- Können die Kinder sicher zwischen Zehnern und Einern unterscheiden?
Umgang mit Sprache
Bieten Sie häufig Sprachmuster an und fordern Sie diese ein (→ Sprachideen bei den entsprechenden Aktivitäten). Verknüpfen Sie Sprachmuster immer mit den anderen Darstellungen, z. B. Rechenrahmen, Zahlenstrahl, Zehnersystem Material, Materialhandlungen. Achten Sie dabei insbesondere darauf, dass der Unterschied zwischen Zehnern und Einern auch im Zahlwort deutlich wahr genommen wird: „Drei-und-vierzig sind 3 Einer und 4 Zehner.“, „Vier Zehner heißen auch vierzig.“
Wo finde ich mehr?
Starke Basis! Baustein 2.1 „Zahlvorstellungen“
https://starke-basis-bw.de/course/view.php?id=5/
FÖDIMA Kartei:
Karten 21 bis 26 https://pikas.dzlm.de/node/2631
PIKAS Mathekartei:
Karten 21 bis 26 https://pikas.dzlm.de/node/1632
Benz, C. & Sprenger, M. (2026). Spielerisch Zahlbeziehungen erkennen. Mathematik differenziert, (2), 26-32.
Wartha, S.; Hörhold, J.; Kaltenbach, M.; Schu. S. (2019). Grundvorstellungen aufbauen – Rechenprobleme überwinden. Braunschweig: Westermann. Modul 2, Modul 3A und Modul 4A
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