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4.1 Schritte der moralischen Urteilsbildung in Klasse 5/6 (entwicklungsgemäß angepasst)

Infobox

Diese Seite ist Teil einer Materialiensammlung zum Bildungsplan 2004: Grundlagen der Kompetenzorientierung. Bitte beachten Sie, dass der Bildungsplan fortgeschrieben wurde.

 

Damit die SuS am Ende von Klasse 10 zentrale ethische Aussagen der Bibel in eine normenkritische Urteilsbildung einbeziehen können, sind im aufbauenden Lernprozess zwei Kompetenzlinien sukzessiv, kumulativ und unter Berücksichtigung der entwicklungs- und lernpsychologischen Grundgegebenheiten vernetzend im Blick zu behalten:

  • die Sachkompetenz : „Schülerinnen und Schüler kennen zentrale ethische Aussagen der Bibel (Dekalog; wichtige Abschnitte der Bergpredigt wie z.B. Goldene Regel und Doppelgebot der Liebe)”
  • die ethische Kompetenz , und zwar insbesondere das moralische Lernen, das sich sukzessiv auch zur ethischen, normenkritischen Urteilsbildungs­kompetenz entwickelt.

In Klasse 5/6 können die SuS moralisch relevante Situationen als solche noch nicht erkennen und benennen, daher wird das Nachdenken über moralisch relevante Handlungen in vereinfachten Schritten eingeübt:

  1. SuS können die Situation beschreiben.
  2. SuS können das Problem erkennen und analysieren.
  3. SuS können die Problemlösung beschreiben.
  4. SuS können die Handlung(en) bewerten.


Hier ein Beispiel für Lk 10:

1. Die Situation beschreiben: Was ist los?

„Ein Mann liegt ausgeraubt und zusammengeschlagen schwer verletzt am Straßenrand. Der Mann ist in Not und braucht Hilfe.“

2. Das Problem erkennen und analysieren: Wo liegt das Problem?
 
„Der Mann leidet und ist in Lebensgefahr, er braucht dringend Hilfe. Diejenigen, von denen man Hilfe erwartet hätte, ein Priester und ein Tempeldiener/Levit, gehen vorbei und helfen nicht. Da der Mann am Boden auch Jude ist, hätten sie ihm doch auch helfen müssen, aber es ist der Ausländer, der hilft.“

3. Die Problemlösung beschreiben: Wie wird das Problem gelöst?

„Ein Außenseiter, ein Samariter, sieht den Mann in Not und hilft ohne Ansehen der Person. Er leistet Erste Hilfe, bringt den Mann in eine Herberge und zahlt für die entstehenden Kosten.“

4. Die Handlungsoptionen bewerten: Wer handelt gut und warum?

„Der Samariter handelt gut, denn er hilft. Wenn er verletzt wäre, würde er ja auch wollen, dass man ihm hilft.“ [Goldene Regel]



4. Der aufbauende Lernprozess in Klasse 5/6
4.2 Erzählen im Religionsunterricht
4.3 Lernstandserhebung
    4.3.2 Evaluation

5. Der aufbauende Lernprozess in Klasse 7/8


Aufbauendes Lernen in der Sekundarstufe I: Ethische Kompetenz
Moralisches und ethisches Reflektieren: Herunterladen [pdf] [441 KB]