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1.3. Herausfordernde Aufgaben und Fragen

Im Unterricht wird mit Fragen und Aufgaben gearbeitet, die die Schülerinnen und Schüler zur vertieften Auseinandersetzung mit den Inhalten herausfordern.

Intensives / Analytisches Lesen

Durch das kleinschrittige Lesen und die Analyse der ersten drei Abschnitte der ersten Seite werden die Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisiert, sich genau mit der Bedeutung von Wörtern auseinanderzusetzen und deren inhaltliche Nuancen genauer zu erfassen. Hier wird exemplarisch der semantische Unterschied zwischen devoir partir und décider de partir erarbeitet.

Lebensweltbezug

Der Impuls, Vivre librement ? : Qu’est-ce que ça veut dire?  , hilft den Schülerinnen und Schüler dabei zu verstehen, dass Menschen im Leben in eine Situation geraten können, in der ein Wegzug zur Realisierung eines selbstbestimmten Lebens alternativlos ist.

Herausfordernde Auseinandersetzung

Dieser Perspektivenwechsel bedeutet eine große Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler, da sie selbst in einem demokratischen Land leben, in dem vivre librement im Rahmen der gesellschaftlichen Ordnung eine Selbstverständlichkeit darstellt. Für Maryam und ihre Eltern ist genau das Gegenteil der Fall.

Dieser komplexe kognitive Erkenntnisprozess wird anhand von Bildern visuell unterstützt, so dass die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, Inhalte (hier: mögliche Motive für Migration), die sie bislang nicht beschäftigt haben, zu erkennen und zu versprachlichen.

Vernetztes Lernen

Hier wird bewusst auf eine sprachliche Hilfe verzichtet, um die Schülerinnen und Schüler noch stärker herauszufordern und dazu zu zwingen mit Umschreibungen, Synonymen, Antonymen, Wörter aus anderen Sprachen und Beispielen zu arbeiten.

Vertiefte Auseinandersetzung

Die in der compréhension détaillée gestellten Aufgaben können nicht nur mit einem Ja oder Nein beantwortet werden und gehen so über die reine Reproduktion hinaus. Die Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, eigene Antworten zu entwickeln, was zu einer inhaltlich anspruchsvollen Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand führt.

Kognitiv herausfordernd ist auch die Klärung der beiden Begriffe Ici und Là-bas. Die Schülerinnen und Schüler lernen zu verstehen, warum die Autorin nicht explizit von den referenzierten Ländern Frankreich und dem Iran spricht. Die Übertragung der beiden Begriffe soll exemplarisch zur Erkenntnis führen, dass die Geschichte Maryams für jegliche Art von Migration steht und auf andere Migrations-Biografien übertragbar ist.

Bei der Schreibaufgabe füllen die Schülerinnen und Schüler eine Leerstelle. Empathisch herausfordernd ist hier zu verbalisieren, warum Maryam sich allein fühlt und warum sie traurig ist, warum sie vielleicht auch Angst haben kann. Anders als ihre Eltern, die aus politischen Gründen Angst vor der Zukunft haben, kann Maryam auch Angst haben sich nicht verständigen zu können, keine Freunde zu finden bzw. in einem fremden Land nicht zurecht zu kommen. So wird der roten Faden der Stunden weiterverfolgt. Um die Schülerinnen und Schüler im Perspektivenwechsel zu unterstützen, gibt die Aufgabestellung inhaltlich eine mögliche Realisierungsvariante vor. Auch die Angabe von Lexik und der Selbstevaluationsbogen dienen dazu, den Schülerinnen und Schülern das notwendige inhaltliche und sprachliche Gerüst zu geben, an dem sie ihren Arbeitsprozess selbstständig orientieren.