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Beispielmaterial Englisch für das Fachportal   Klasse 8 Gymnasium

Letter to an agony aunt - Handreichung für Lehrer:innen

Die folgenden Unterrichtsschritte und Erläuterungen beziehen sich auf das Material "Letter to an agony aunt". Dabei wird unterschieden zwischen Unterrichtsschritten (groß und kursiv gedruckt), fachdidaktischen Erläuterungen (klein gedruckt) sowie Verweise auf die fachbezogenen Hinweise zum Unterrichtsfeedbackbogen (grau hinterlegt). Die Einheit ist ausgelegt auf 2 -3 Einzelstunden.

Ziel: Die SchülerInnen sollen einen Brief schreiben als Antwort auf den Brief einer Mutter an agony aunt Louise.

Schritt 1: L. kündigt an, dass die S. einen Brief an eine agony aunt lesen werden und am Ende eine passende Antwort aus Sicht der agony aunt verfassen sollen. L. nennt das Thema des Briefs / der Einheit zunächst nicht und teilt auch das Material noch nicht aus.

Schritt 2: L. erklärt, dass die folgenden Begriffe alle aus dem Brief der Mutter an die agony aunt stammen. L. semantisiert die folgenden Wörter und Kollokationen in der hier vorliegenden Reihenfolge. Nach den ersten 6 Begriffen (bis "we simply can't afford it") sollen die S. zunächst in Partnerarbeit, dann im Plenum spekulieren, worum es in dem Brief geht und ihre Vermutung begründen. Dann semantisiert L. 6 weitere Begriffe, anschließend sollen die S. erneut Vermutungen über den Inhalt anstellen. Schließlich nennt L. das Thema.

English

German

to come as a surprise

überraschend passieren

to really mean it

etwas wirklich ernst meinen

countless reasons

zahllose Gründe

to claim sth.

etwas behaupten

an adolescent

ein(e) Jugendliche(r) / Heranwachsende(r)

we simply can't afford it

wir können es uns einfach nicht leisten

family barbecues

Grillen mit der Familie

a major mistake

ein großer Fehler

to act quickly

schnell handeln

protein

Protein/Eiweiß

lentils

Linsen

disgusting

ekelhaft, abstoßend

a healthy diet / a vegetarian diet

eine gesunde Ernährung / eine vegetarische Ernährung

factory farming

Massentierhaltung

organic meat

Biofleisch

animal welfare

Tierwohl

to grow food

Nahrungsmittel anpflanzen

the way sb./sth. is treated

die Art und Weise, wie jemand/etwas behandelt wird

to be able to afford sth.

sich etwas leisten können

Fachdidaktische Erläuterungen

Die Wörter und Kollokationen in der Tabelle stammen aus dem Brief und sind wichtig sowohl für das Verständnis des Textes als auch für die Schreibaufgabe. Die Semantisierung dieser Wörter durch L. ist aus folgenden Gründen sinnvoll:

  • S. sollen in späteren Phasen die Wörter auch mündlich nutzen, sie müssen also die Aussprache kennen
  • S. sollen die Wörter schriftlich verwenden, dazu müssen sie mit den Wörtern vertraut sind
  • eine Semantisierung (Bedeutung, Aussprache, Schriftbild, Kontext, eventuell kombiniert mit Bewegungen, Zeichnungen, etc.) ist dem langfristigen Behalten der Wörter förderlich (mehrkanalige Semantisierung)
  • die Verwendung auch der deutschen Entsprechungen erscheint vor dem Hintergrund zahlreicher linguistischer Studien zielführend. Ergebnis der Studien: muttersprachliche Entsprechungen beeinflussen die Behaltensleistung signifikant positiv (zusammenfassend dazu Norbert Schmitt, University of Nottingham, Text abrufbar unter

moodle.unifr.ch (zuletzt abgerufen am 19.04.24)

  • Durch den Einsatz der Erstsprache wird hier im Sinne der Verständnisorientierung (Item 1.1 des Feedbackbogens) allen S. ermöglicht, die zentralen Inhalte zu verstehen.
  • Die Semantisierung stellt eine sprachlich-kognitive Aktivierung dar, gleichzeitig bereitet sie auf den Inhalt des im nächsten Schritt zu lesenden Textes vor und ist somit auch inhaltlich-kognitiv aktivierend (integrierte Spracharbeit)

Bei vielen der Formulierungen handelt es sich um Kollokationen. Ca. 50% der geschriebenen und gesprochenen englischen Sprache bestehen aus sogenannten chunks, Kombinationen von Wörtern, die im Gehirn ähnlich wie Einzelwörter abgespeichert sind und die grundlegend sind für eine flüssige Sprachproduktion. Im Bildungsplan 2016 wird dem Konzept formulaic language (Kollokationen, idiomatische Wendungen, etc.) Rechnung getragen.

Schritt 3: S. lesen den Brief in Einzelarbeit

Schritt 4 (Aufgabe 1.1): S. suchen und notieren die englischen Entsprechungen der deutschen Begriffe. Schnelle S. sprechen über ihre Ergebnisse zunächst mit anderen (Lerntempoduett). Die Auswertung findet schließlich entweder im Plenum statt oder mit Hilfe von Auswertungsbögen, die z.B. an verschiedenen Stellen im Klassenzimmer aushängen.

Fachdidaktische Erläuterungen:

Bei diesem Schritt sollen sich die S. erneut mit dem bereits semantisierten Wortschatz (sowie mit einigen weiteren Formulierungen, die sie für die Kommunikation über das Thema später verwenden können) befassen, diesmal im Kontext des Briefes. Diese Wiederholung dient sowohl der Verständnissicherung als auch der Vorbereitung der weiteren Aufgaben. Insgesamt wird der Wortschatz in der vorliegenden Einheit im Sinne des overlearning häufig wiederholt und damit schneller und effektiver im Langzeitgedächtnis verankert.

Schritt 5 (Aufgabe 1.2): L. nutzt das Beispiel in Aufgabe 1.2 um zu erläutern, was die S. tun sollen und um die Funktion des present perfect zu erklären (Wiederholung). Anschließend suchen die S. die drei weiteren Stellen im Brief, in denen das present perfect verwendet wird und erläutern jeweils die Funktion. Die Auswertung kann entweder zunächst in PA oder direkt im Plenum stattfinden.

Erwartungshorizont:

quotes with present perfect

meaning / function / effect

our family has always liked eating meat

for a long time, from a point of time in the past to the present, the family has enjoyed meat; mother wants to give background information so that the agony aunt can understand her situation

  …

… 

  …

… 

… 

… 

Fachdidaktische Erläuterungen

Aufgabe 1.2 hat zwei Funktionen: Wiederholung des present perfect im Sinne des situativen oder bedarfsorientieren Grammatikunterrichts (die Beschäftigung mit Grammatik hat hier klar dienende Funktion, ist eingebettet in eine kommunikative Situation im Sinne der integrierten Spracharbeit) und der Textanalyse in Vorbereitung der abschließenden Aufgabe. Hierbei beschäftigen sich die S. - ausgehend von den Sätzen mit present perfect - mit einigen zentralen Aussagen der Mutter, die deren Sorgen zum Ausdruck bringen.

Schritt 6 (Aufgabe 1.3): S. sollen mit wechselnden Partnern (Kugellager oder milling around) drei verschiedene Partnergespräche führen, jeweils ausgehend von einem Zitat aus dem Brief. Dabei sollen die S. teils auch den Wortschatz aus dem Brief verwenden, in den Gesprächen über die Aussagen 2 und 3 sollen sie zusätzlich conditionals nutzen. Die L. sollte vor den Gesprächen conditionals wiederholend thematisieren, z.B. mit Hilfe von Beispielsätzen (e.g. If everyone ate less meat, then we would ...). L. sollte in den Gesprächsphasen zuhören und bestärkendes und/oder korrigierendes Feedback geben. Im Anschluss kann L. einzelne S. bitten, im Plenum ihre Positionen darzustellen.

Fachdidaktische Erläuterungen

Die S. erhalten in Schritt 6 die Gelegenheit, in verschiedenen Partnergesprächen ihre persönliche Meinung zu den Positionen der Eltern und der Kinder im Brief zum Ausdruck zu bringen. Dabei sollen sie sowohl den neuen Wortschatz als auch conditionals verwenden. Die S. werden mutmaßlich einige sprachliche Fehler machen, weil sie sich in der Herausforderungszone befinden (pushed output, zone of proximal development, i+1). L. sollte zuhören und passendes bestärkendes sowie auch korrigierendes Feedback geben.

Item 1.3 Herausfordernde Aufgaben und Fragen

Im Englischunterricht bieten sich viele Möglichkeiten, Lernende durch Aufgaben und Fragen kognitiv herauszufordern. Gut geeignet dafür sind beispielsweise Methoden wie predicting, speculating, think/write - pair - share oder recall activities. Eine große Herausforderung ergibt sich für Lernende häufig auch bei der Wahrnehmung und Anwendung von neuem oder wenig bekanntem Wortschatz / grammatischen Strukturen bei grundsätzlich inhaltlich ausgerichteter Kommunikation (focus on form: noticing / pushed output). Gleiches gilt für viele weitere Bereiche wie etwa Aussprache- und Sprechtraining, Schulung der Schreibkompetenz oder Umgang mit Texten. Zudem sollten Lernende im Englischunterricht immer wieder mit herausfordernden Lernaufgaben arbeiten (task-based learning). Solche Aufgaben sind gekennzeichnet durch eine gewisse Komplexität und durch einen Outcome, der von Lernenden eine Sprachproduktion verlangt, bei der sprachliche Mittel, Inhalte und skills zusammengeführt werden, die vorher intensiv geübt wurden. Die dabei entstehenden Schülerprodukte können auf der Grundlage von Rückmeldungen überarbeitet werden. 

Schritt 7 (Aufgabe 1.4): Für die Durchführung werden hier zwei Möglichkeiten beschrieben. Bei beiden Möglichkeiten sollten die S. Wörter nachschlagen können oder die Lehrkraft notiert den unbekannten Wortschatz (kursiv gedruckte Wörter in den Texten) an die Tafel.

1. Die S. lesen kurze Sachtexte zum Thema "Health“, "Treatment of Animals“, "Destruction of the Rainforest“ und "Climate Change". Dieser Phase kann auch ein Abfragen des Vorwissens vorgeschaltet werden. Dazu schreibt L. die vier Textüberschriften an, S. erhalten dann Gelegenheit, zu jeder Überschrift ihr Vorwissen zu nennen (direkt im Plenum oder zuerst in Kleingruppen, dann im Plenum). Dann bearbeiten die S. Aufgaben 1.5 und 1.6, anschließend kann ein Abgleich der Textinhalte mit diesem Vorwissen stattfinden.

2. Die eine Hälfte der S. liest die ersten beiden, die andere Hälfte die anderen beiden Texte. Dann informieren sich die S. gegenseitig (information gap activity). Im Sinne des Scaffolding notiert L. an der Tafel Formulierungen wie "In this text the author claims that" oder "In my text it says that". Wird Schritt 7 als als information gap activity durchgeführt mit zwei oder drei Austauschrunden, dann ergibt sich für L. die Möglichkeit, nach jeder Runde lernwirksames Feedback zu geben zu Aspekten wie Aussprache, Formulierungen, tenses (Verwendung des simple present bei Zusammenfassung u. Wiedergabe von Textinhalten).

Fachdidaktische Erläuterungen:

Ganz allgemein gesprochen zeichnet sich ein guter Ratschlag bzw. ein guter advice letter auch durch inhaltliche Substanz aus. Die Informationstexte liefern das notwendige Wissen für die Textproduktion und sind Grundlage für eine vertiefte inhaltliche sowie sprachliche Auseinandersetzung mit dem Thema (kommunikativ-kognitive Aktivierung). Je nach Vorgehen bei Schritt 7 wird auch das Vorwissen der S. berücksichtigt und von L. genutzt. Darüber hinaus sind die Informationen in den Texten relevant im Alltag der S. und können einen Beitrag leisten zur Verbraucherbildung (VB) und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), zwei der fünf Leitperspektiven des Bildungsplans.

Insbesondere die Zusammenhänge zwischen der Zerstörung des Regenwaldes und Tierhaltung sowie die Auswirkungen von Nahrungsmittelproduktion und Klimawandel sind extrem knapp und damit wenig differenziert dargestellt. Vor dem Hintergrund der Lernziele erscheint diese Verkürzung aber angemessen. Nach Bedarf kann L. im Plenum bestimmte Aspekte vertiefen. Die Informationsquellen zu den Texten finden sich unten.

Item 2.2 Individuelle Unterstützung im Lernprozess

Die konstruktive Unterstützung in methodisch-didaktischer Hinsicht zeichnet sich

durch Hilfestellungen beim Kompetenzerwerb aus. Die Lehrkraft steht vor der Herausforderung, ihr Lehrangebot an den aktuellen Lernstand der Lernenden anzupassen und somit eine individuelle Förderung zu erreichen. Beim Scaffolding bietet die Lehrkraft genau jene Hilfestellungen an, die ihre Lernenden zur selbstständigen Bewältigung einer Aufgabe benötigen. Dieses Vorgehen soll allen ein Lernen in der individuellen „Zone der nächsten Entwicklung“ ermöglichen.

Die Umsetzung der individuellen Hilfestellungen kann auf der Makroebene durch die entsprechende Unterrichtsplanung und -vorbereitung erreicht werden. Auf der Mikroebene zeigt sich individuelle Unterstützung vor allem in den ad-hoc Interaktionen zwischen der Lehrkraft und ihren Lernenden. Das Ziel dieser Art der Unterstützung der Lernenden besteht in einer größtmöglichen Passung von Lernangeboten, Hilfestellungen und Bedarfen. Zum Zwecke der individuellen Unterstützung kann die Lehrkraft auch digitale Hilfsmittel einsetzen wie beispielsweise intelligente Tutorsysteme, die adaptiv arbeiten und gleichzeitig individuelle Rückmeldungen geben. Insbesondere beim Einüben sprachlicher Mittel oder beim Erwerb von Schreibkompetenzen erscheint der Einsatz solcher Programme sinnvoll.

In Version 1 nutzt L. bei Aufgabe 1.4 das Vorwissen der S. und gibt ihnen die Möglichkeit für einen Abgleich. Durch entsprechende Reaktionen auf Beiträge von S. kann L. eine wertschätzende Atmosphäre erzeugen.

 In Version 2 sind S. kognitiv-kommunikativ gefordert, indem sie anderen S. ihre Texte in der Fremdsprache nahebringen müssen. Bei dieser Version kann L. durch konstruktives Feedback zum Lernerfolg beitragen.

Schritt 8 (Aufgabe 1.5): S. suchen in den Informationstexten nach den Formulierungen und Begriffen für die Definitionen. Die Auswertung kann zunächst in PA, dann im Plenum stattfinden.

Fachdidaktische Erläuterungen

Dieser Schritt erscheint den S. vermutlich redundant und damit überflüssig, steht aber wieder im Zeichen von Wiederholung und overlearning. Die Begriffe können für die Schreibaufgabe hilfreich sein.

Schritt 9 (Aufgabe 1.6): S. lesen sich die Aussagen durch und entscheiden, ob sie im Sinne der Texte korrekt sind oder nicht. Dann korrigieren sie die falschen Aussagen im Rückgriff auf die Texte. Die Aufgabe bzw. die Auswertung sollte zuerst in PA durchgeführt werden, dann im Plenum.

Fachdidaktische Erläuterungen

Dieser Schritt soll die Aufmerksamkeit der S. auf die Gesichtspunkte lenken, die auch in Aufgabe 1.6 sowie im Brief relevant sind (z.B. Käse, Nüsse und Eier als alternative Lieferanten von Proteinen). Die S. sollen sich über die Aussagen unterhalten und dabei den neuen Wortschatz gebrauchen. Diese Aufgabe hat kognitiv-kommunikativen Charakter und stellt eine Progression dar.

Schritt 10 (Aufgabe 1.7): S. setzen sich abermals mit dem Brief auseinander, suchen dort die Argumente der Kinder und der Mutter und notieren sie in der Tabelle. Anschließend notieren sie – im Rückgriff auf die Informationen in den Sachtexten – eine passende Antwort.

Zur Differenzierung kann L. die Argumente aus dem Brief an die umgedrehte Tafel schreiben und die S. können – bei Bedarf – die Argumente von der Tafel abschreiben. Für eine Auswertung im Plenum könnte diese Tafelhälfte dann umgeklappt werden.

Erwartungshorizont

arguments for / against vegetarianism

agony aunt’s reaction / answer

The mother says meat is part of a healthy diet and necessary, especially for adolescents.

We certainly need enough protein and meat contains protein, but so do eggs, lentils, tofu etc.. Your diet can be healthy without meat. You should worry about sugar, not about meat.

Fachdidaktische Erläuterungen

In diesem Schritt sollen sich die S. auf die inhaltliche Ebene konzentrieren und die Antworten sollen inhaltlich korrekt sein und die Argumente aus dem Brief aufgreifen. Im folgenden Schritt sollen sie dann Merkmale berücksichtigen, die typisch sind für Antworten von agony aunts. Aufgaben 1.7 und 1.8 bereiten im Sinne einer Schreibwerkstatt das Verfassen der Antwort kleinschrittig vor.

Schritt 11 (Aufgabe 1.8): S. vervollständigen die Sätze (oder eine Auswahl der Sätze). Dabei greifen sie auf die Eintragungen zurück, die sie in 1.7 vorgenommen haben. Eventuell erläutert L. vor diesem Schritt abermals die Regeln für conditionals und reported speech, z.B. anhand von Beispielen: From what I know about vegetarianism, it wouldn’t be risky for your children if they stopped eating meat. / In your letter you told me that your daughter was concerned about factory farming. Nach Bearbeitung der Aufgabe können sich S. in PA oder in einer Kleingruppe die Ergänzungen gegenseitig vortragen und Rückmeldungen geben.

Fachdidaktische Erläuterungen:

Dieser Schritt soll gewährleisten, dass die S. auf den Brief Bezug nehmen und die Informationen aus den Sachtexten verwenden (bedeutungstragender Wortschatz). Die Reihenfolge der abgedruckten Satzanfänge (funktionaler Wortschatz) könnte von den S. übernommen werden. Aufgabe 1.8 zielt außerdem ab auf die Wiederholung zweier grammatischer Strukturen: conditionals und reported speech. Beide Strukturen sind für die Textproduktion naheliegend (situativer oder bedarfsorientierter Grammatikunterricht). Die hier angedachte unaufwändige Wiederholung von zwei grammatischen Strukturen in einem kommunikativen Kontext (integrierte Spracharbeit, focus-on-form Phasen in Kombination mit inhaltsorientierter Arbeit, dienende Funktion von Grammatik) trägt zur Entstehung von implicit knowledge bei, also dem sprachlichen Wissen, das einem flüssigen Sprachverständnis und einer flüssigen Sprachproduktion zu Grunde liegt. Explizites Sprachwissen (das Kennen von Sprachregularitäten) kann bei der Ausbildung von implizitem Wissen hilfreich sein, aber stets nur in Kombination mit Sprachgebrauch. Jan Hulstijn schreibt dazu im International handbook of English language teaching (2006): “It is important to bear in mind that implicit knowledge comes into existence not through the conscious use of explicit rules itself, but only by the frequency with which a to-be-acquired linguistic construction occurs in receptive and productive language use.” (dare.uva.nl/ - zuletzt abgerufen am 19.04.24)

Schritt 12 (Aufgabe 2.1): S. schreiben die erste Version des Antwortbriefes, dabei verwenden sie die Sätze aus Aufgabe 1.8. L. sollte schon in dieser Phase das Vorgehen bezüglich der Überarbeitung sowie die Kriterien für die Rückmeldungen erläutern.

Fachdidaktische Erläuterungen:

Agony-aunts zeigen in ihren Antworten typischerweise Verständnis für die Situation aller Beteiligten und gehen auf die Probleme in den an sie gerichteten Briefen konkret ein. Ein direkter und offener Umgang mit den Problemen sowie klare Positionen und hilfreiche Informationen sind weitere Merkmale, die sich häufig in Briefen von agony aunts finden. Aufgaben 1.7 und 1.8 bereiten den Antwortbrief vor und sollen sicherstellen, dass die S. auf die Argumente der Kinder und der Mutter eingehen (interkulturelle Handlungskompetenz / IKK).

Schritt 13 (Aufgabe 2.2): S. tauschen ihre Briefe aus und geben sich gegenseitig Rückmeldungen. Diese Phase sollte wiederholt werden, so dass jeder S. von zwei weiteren S. eine Rückmeldung erhält. Außerdem sollte L. möglichst viele Antwortbriefe zumindest überfliegen und eventuelle Probleme und positive Beobachtungen vor der zweiten Rückmelderunde an der Tafel thematisieren.

Fachdidaktische Erläuterungen

Diese Phase dient der Würdigung der Texte sowie der Verbesserung (konstruktive Unterstützung / formatives Feedback / Wertschätzung durch Aufgreifen positiver best-practice-Beispiele). Dabei werden die S. aufgefordert, die Texte von anderen S. auf die Kriterien hin zu untersuchen, die sich in Aufgabe 2.2 finden. Sprachliche Aspekte müssen von L. thematisiert werden, damit sind S. in der Regel überfordert. Eventuell ist es notwendig, dass L. einige Formulierungen zur Verfügung stellt für die Rückmeldungen Es kann auch sinnvoll sein, dass L. zunächst einen Antwortbrief im Plenum bespricht, damit S. wissen, wie genau die Rückmeldungen aussehen sollen.

Item 2.1 Qualität des Feedback

Hilfreiches Feedback kann maßgeblich zu Lernerfolg beitragen und sollte deshalb zentraler Bestandteil von Englischunterricht sein. Es kann die Motivation von Lernenden insgesamt steigern und ist notwendig für den Erwerb fachspezifischer Kompetenzen. Form und Inhalt von Feedback sollte dabei immer abgestimmt sein auf die einzelnen Lernenden wie auch die Unterrichtssituation. Äußern sich Lernende beispielsweise spontan mündlich zu einem bedeutsamen Thema, dann sollte die Lehrkraft bei ihren Rückmeldungen sowohl die inhaltliche als auch die sprachliche Ebene berücksichtigen. Gelungene Formulierungen sollten gewürdigt, ausgewählte Fehler behutsam verbessert werden (message before accuracy). In Phasen der Einübung sprachlicher Mittel hingegen kann das Feedback stärker auf accuracy ausgerichtet sein. Für alle Phasen und Situationen gilt, dass Feedback für Lernende nur dann hilfreich ist, wenn es ihren Lernstand berücksichtigt und mit Geduld, Wertschätzung und Beharrlichkeit gegeben wird. Das gilt auch für Phasen des peer-feedbacks.

Schritt 14 (Aufgabe 2.3): S. schreiben eine zweite Version des Antwortbriefes und arbeiten das Feedback der Mitschüler:innen sowie die Beobachtungen von L. ein.

Schritt 15: S. zeigen die überarbeitete Version den Mitschüler:innen, die ihre erste Version gelesen haben und erhalten erneut ein kurzes (mündliches) Feedback. Zusätzlich kann L. alle Textversionen einsammeln und sich zu diagnostischen Zwecken einen Überblick verschaffen. Der Fokus kann dabei auf den sprachlichen Mitteln (Wortschatz, conditionals, present perfect, indirect speech) wie auch auf der Textgestaltung.

Fachdidaktische Erläuterungen:

Die Durchsicht aller Briefe gibt L. die Möglichkeit, den Sprachstand der S. sowie den Erfolg der Einheit einzuschätzen (Diagnose). Diese Erkenntnisse kann L. dann in der Planung der weiteren Stunden verwenden, um eine möglichst gute Passung der Inhalte zu erreichen.