1.2 Ermittlung von Denkweisen und Vorstellungen
Je besser eine Lehrkraft mit dem Vorwissen und den Präkonzepten ihrer Lernenden vertraut ist, desto eher kann eine Passung gelingen. Außerdem spielen Vorwissen und Präkonzepte für den Spracherwerb insofern eine Rolle, als der Lehrkraft bewusst sein sollte, dass Lernende bestimmte Erwerbsstufen durchlaufen, die durch Unterricht nur bedingt beeinflussbar sind. Außerdem sollte die Lehrkraft beachten, dass der Lernstand von Lernenden ständigen Veränderungen unterworfen ist und Rückschritte Teil des Lernprozesses sind.*
Für den Unterricht ergeben sich daraus einige konkrete Konsequenzen: Das sprachliche Niveau der Materialien und Aufgaben sollte eine möglichst gute Passung zum Sprachstand der Lernenden aufweisen und sie weder unter- noch überfordern. Im Wissen um Erwerbsstufen sollten Lehrkräfte Fehlern - insbesondere im grammatischen Bereich - mit Geduld begegnen, eine korrekte Sprachverwendung erst nach einiger Zeit erwarten und wiederholende Lerngelegenheiten bieten (situative/bedarfsorientierte Spracharbeit). Schon bei der Vorbereitung von Unterricht können diese Prinzipien beachtet werden. Kennt eine Lehrkraft z.B. typische false friends oder Übertragungsmuster aus der Muttersprache der Lernenden, dann kann sie präventive Fehlerkorrektur betreiben.
* processability theory, interlanguage hypothesis
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