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Entwicklungsstand der SuS in der Klassenstufe 5/6


2.3 Hybrides Denken

Unter Hybridisierung versteht man, dass Erklärungsmuster und Argumente von einzelnen Wissensdomänen, die sich gegenseitig widersprechen können, nebeneinandergestellt werden, ohne eine Harmonisierung voranzutreiben.

Dies zeigt sich beispielsweise am Umgang mit Weltbildern: Kinder vereinigen noch das religiöse und kosmologische Weltbild, sodass sich z.B. am Himmel sowohl Flugzeuge wie auch Engel befinden. Jugendliche dagegen bemühen sich um eine Trennung beider Bereiche, was ihnen aber nicht immer gelingt. Und auch viele Erwachsene lassen das Denken über heaven und sky nicht immer klar getrennt stehen. Das hybride Neben- und Ineinander von Vorstellungen wird möglich, indem wir Denkmuster zeitlich nacheinander vollziehen und damit die Notwendigkeit einer „inneren“ Harmonisierung entfällt. Büttner weist auf drei Arten des Umgangs mit diesen widersprechenden Deutungsmustern hin. 1

  •   Integratives Denken: Zwei Erklärungen sind zu einer einzigen Zusammengeführt.
    Bsp.: Mensch stammt vom Affen ab, Gott könnte Affen auf die Welt gebracht haben.

  • Synthetisches Denken: Zwei verschiedene Erklärungen werden zu einer einzelnen verbunden – ohne explizite Integration.
    Bsp.: Die Welt entstand zum Teil durch Evolution und zum Teil durch Schöpfung.

  • Aufgabenabhängiges Denken: Zwei verschiedene Erklärungen, die alternative Sichtweisen bleiben – abhängig von Aufgabe oder Kontext.
    Bsp.:
    Der Mensch hat eine unsterbliche Seele und ist deswegen von Gott geschaffen, Tiere haben keine unsterbliche Seele.

Das Denken von Komplementarität

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1   Vgl. Büttner, G./ Dieterich, V.-J.: Entwicklungspsychologie, S. 93f nach Legare, C./ et. al. Coexistence of Natural and Supernatural Explications, Seiten 783.