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Inhalt

Die 15-Jährige Miriam besucht das Gymnasium und lebt mit ihrer Familie, die neben Vater und Mutter auch ihren 18 Jahre alten Bruder Dennis umfasst, in einer Kleinstadt. In drei Kapiteln nimmt die Protagonistin Leserinnen und Leser mit in ihre Lebens- und Gefühlswelt. Zunächst lernt man sie kennen als ein Mädchen, das sich mitten im Abnabelungsprozess befindet. Sie hinterfragt und reflektiert ihr Leben in der Kleinstadt, ihr eigenes Ich und was es ausmacht.

Doch dann beginnt mit Laura ein neuer Lebensabschnitt für Miriam. Sie ist vor drei Jahren mit ihrer Mutter von Köln in die Stadt gezogen. Der Vater wohnt noch in der Domstadt. Nun wiederholt sie in Miriams Klasse das 9. Schuljahr.

Laura ist anders als Miriam. Sie kommt aus der Großstadt, ihre Familienverhältnisse sind mindestens schwierig, ihr Selbstvertrauen scheinbar unendlich. Befreundet ist sie mit Philipp, der nun auch in Miriams Leben tritt. Gemeinsam verbringen sie Zeit miteinander, was Miriam zunächst vor ihren Freundinnen zu verheimlichen sucht, ohne den Grund dafür zu kennen. Zwischen den Mädchen entspinnt sich von Anfang an ein zartes Band, das weder für Miriam noch den Leser klar deutbar ist. Diese Faszination nimmt immer mehr Besitz von Miriam. Mit Laura macht sie neue Erfahrungen, die ihre bisherigen Lebens- und Liebensgrenzen erweitern. Die beiden Mädchen kommen sich näher und näher. Miriam verliebt sich in Laura, was sie jedoch mehr ahnt als weiß. Doch Lauras Gefühle bleiben im Dunkeln, bis die beiden Mädchen sich küssen.

Von nun an sind Zweifel, Hoffnung und Enttäuschung Miriams Begleiter. Laura ist zwar präsent, aber nicht fassbar, sie entzieht sich. Doch eines Abends öffnet sie sich ein wenig, erzählt von einer misslungenen Liebe und erklärt Miriam, dass sie so eine Enttäuschung nicht noch einmal erleben möchte, dass sie nicht noch einmal lieben könne. Dennoch bleiben bei beiden Mädchen Emotionen spürbar, füreinander und auch für den Leser. Bei einem Wochenendausflug zu Philipps Onkel kommen sich Miriam und Laura beim Feiern wieder sehr nah. Sie schlafen miteinander, doch wissen beide nicht, wie sie mit dieser neuen Intimität umgehen sollen.

Mit ihren Freundinnen kann Miriam nicht über ihre neuen Erfahrungen sprechen. Ein Mutter-Tochter-Gespräch lässt Miriam sich indirekt öffnen. In diesem Moment wird auch auf diese Beziehung ein neuer Blick möglich, da sich die Mutter hier zugewandt, liebevoll und verstehend zeigt. Laura hingegen entzieht sich immer mehr.

Im letzten Kapitel wird klar, das „Mädchen vom Mars“, Laura, ist weg, ohne Abschied, ohne Erklärung. Erst nach Tagen erhält Miriam einen Brief, in dem Laura schreibt, dass sie zurück nach Köln zu ihrem Vater gegangen ist. Sie bittet Miriam um ein Treffen. Am Treffpunkt wartet jedoch nur Philipp auf Miriam. Auch er hat einen Brief erhalten. Die beiden bleiben allein. Trotz des Versprechens zu kommen, erscheint Laura nicht. Miriam und Philipp bleiben, reden, versuchen ihre Erlebnisse mit Laura zu verarbeiten. Als am Morgen im Club die Lichter angehen, ein neuer Tag beginnt, ist klar, dass auch für Miriam nun ein neuer, wenn auch ungewisser Lebensabschnitt beginnt. „Es wird Sommer“, sagt Philipp, „[g]anz bestimmt“ (S. 190).

Textausgabe:

Taschenbuchausgabe: Tamara Bach: Marsmädchen, Hamburg 2023.

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