Inhalt
Sera und Niko gehen in dieselbe Klasse. Da hören indes die Gemeinsamkeiten oberflächlich auf. Sera, deren Familie aus Ägypten stammt, ist die Klassenschönheit. Sie steht mitten in der Gemeinschaft, ist beliebt und akzeptiert. Niko, der eigentlich Nikolaus heißt, und dessen Familie zerbrochen ist, ist dick. Er steht außerhalb der Gemeinschaft, wird gemieden und von einigen sogar gemobbt.
Doch von Anfang an wird deutlich, dass in beiden Charakteren mehr steckt, sie mehr miteinander gemein haben als gedacht. Sera sieht Niko, auch wenn sie zunächst passiv einer fiesen Attacke ihrer Mitschüler zusieht. Darüber hinaus ist sie sich des sensiblen Klassengefüges bewusst und erzählt somit nicht alles von sich. Niko hingegen ist ein intelligenter und witziger Junge, der sich die anderen und auch sich selbst bewusst von Leib hält. Beide Charaktere haben mehrere verborgene Facetten, die sie sich nach und nach entdecken.
Den ersten richtigen und lebensverändernden Kontakt haben die beiden Protagonisten auf einer Klassenfahrt. Sera wird von Marko, dem Klassenschönling und Hauptmobber Nikos, gegen ihren Willen berührt und bedrängt. Niko, der das Geschehen beobachtet, hilft Sera in dieser für sie beängstigenden Situation. Doch das hat Folgen für beide.
Marko hetzt die Klasse nun auch mit Lügen gegen Sera auf, die sich am Discoabend isoliert am Rand wiederfindet. Dann tanzt sie mit Niko und die Klasse nimmt dies zum Anlass dafür, die beiden mit Gehässigkeiten und Häme zu überschütten. In einem dieser verbalen Angriffe hat auch der Titel „Tanz der Tiefseequalle“ seinen Ursprung. Beide verlassen die Disco, doch Sera möchte auch nicht mehr zurück. So entfliehen die beiden für eine Nacht ihrem Alltag und kommen sich dabei näher.
Wieder zurück in der Schule beginnt für Sera zum einen ein Spießrutenlauf. In der Klasse wird nun auch sie zur Außenseiterin gemacht. Zum anderen kommen sie und Niko sich immer näher. Doch für beide ist diese neu entstehende Freundschaft und die sich anbahnende Liebe ein Risiko. Letztlich müssen sie beide ihre eigenen Grenzen überwinden, um als Individuen wie auch als Paar neue Wege einschlagen zu können.
Am Ende des Romans steht ein optimistischer Ausblick für die beiden. Niko gelingt es auf dem alljährlichen Schulfest, sich den Respekt der Klasse zu sichern. Um ihn zu hänseln, haben Marko und andere ein Sumo-Ringen mit Fettanzügen organisiert. Auch Niko soll kämpfen. Sein Gegner ist Marko. Niko gewinnt, lässt die Möglichkeit der Rache vorbeigehen und reicht Marko am Ende die Hand. Sera und er verlassen das Fest gemeinsam. In der letzten Szene springen sie beide in den Moorsee, einen von Seras Lieblingsplätzen. Das offene Ende bietet somit die Idee einer gemeinsamen Zukunft.
Textausgabe:
Stefanie Höfler: Tanz der Tiefseequalle, Weinheim 2018.
Höfler: „Tiefseequalle“: Herunterladen [docx][2 MB]