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Inhalt

Das erste Kapitel – Tantalus und seine Kinder – behandelt den Atridenfluch als Vorgeschichte zum Sagenkreis um Troja. Erzählt wird die Sage des Götterlieblings Tantalus, dessen Hybris ihn dazu verleitet, seine Gönner auf die Probe zu stellen, indem er ihnen seinen eigenen Sohn als Braten vorsetzt. Sein entsetzliches Vergehen wird jedoch erkannt, und Tantalus wird mit einem Fluch belegt. Dieser wirkt sich auch auf seine Nachkommen, die sogenannten Tantaliden, aus, die sich fortwährend gegenseitig nach dem Leben trachten. Als Nachkommen des Tantalus werden im ersten Kapitel die Brüder Agamemnon und Menelaus eingeführt, die gemeinsam das griechische Heer gegen Troja führen, sowie deren Vetter Ägisth, der später der Gegenspieler und Mörder Agamemnons werden wird (Kapitel 5).

Im zweiten Kapitel wird vom Urteil des Paris erzählt. Der Ausschluss der Göttin der Zwietracht, Eris, von einem Hochzeitsfest, zu dem die anderen olympischen Götter geladen sind, führt dazu, dass die erzürnte Eris mittels eines goldenen Apfels, der „der Schönsten“ gebührt, einen Streit der Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite provoziert. Zum Schiedsrichter bestellt wird der junge Paris, der aufgrund einer unheilverheißenden Weissagung vom Hofe seines Vaters, König Priamos von Troja, verstoßen und fernab der höfischen Welt von Hirten aufgezogen wurde. Ohne zu wissen, wen er vor sich hat, spricht Paris den Apfel Aphrodite zu, die ihm dafür die schönste Frau der Welt in Aussicht stellt. Dass diese – Helena von Sparta – bereits mit Menelaus, dem Bruder des Agamemnon, verheiratet ist, weiß Paris zu diesem Moment noch nicht; es ficht ihn aber auch nicht an, als er ihr schließlich am Hof des Menelaus begegnet. Er entführt die schöne Helena und bringt sie nach Troja, während ihr Gemahl Menelaus, König von Sparta, mit der Hilfe seines Bruders Agamemnon, König von Mykene, ein Heer zusammenstellt, um gegen Troja zu ziehen.

Im dritten Kapitel, „Der Aufbruch der Griechen“, werden in zwei Episoden zunächst die griechischen Helden Odysseus und Achilles eingeführt, die noch für den Feldzug gewonnen werden müssen. Deutlich wird dabei der Gegensatz zwischen dem listigen, seinen Menschenverstand einsetzenden Odysseus und dem Halbgott Achilles, der unter dem Schutz seiner Mutter Thetis heranwächst und übermenschliche Eigenschaften für das Bestehen im Kampf besitzt. Die dritte Episode schildert das Scheitern des Versuchs, Helena durch Verhandlungen mit dem trojanischen Herrscherhaus zurückzugewinnen. In der vierten und letzten Episode des Kapitels wird vom Schicksal der Iphigenie erzählt. Agamemnon ist bereit, seine Tochter der Göttin Artemis zu opfern, die den Aufbruch der Griechen mittels einer Flaute verhindert. Artemis fordert dieses Opfer als Sühne dafür, dass Agamemnon ein ihr geheiligtes Reh getötet hat. Dass Iphigenie im letzten Moment durch die Göttin selbst gerettet wird, erfährt ihre Mutter Klytämnestra nicht, die sich in ihrem Schmerz bereits vom Ort des Geschehens entfernt hat. Der Erzähler kündigt an, dass Klytämnestra ihrem Mann seine Tat nicht verzeihen wird.

Das vierte Kapitel ist dem titelgebenden „Kampf um Troja“ gewidmet. Es umfasst etwa ein Drittel des gesamten Werks und enthält die Handlung der homerischen Ilias sowie eine kurze Einführung, die die Verbindung zur vorangegangenen Handlung herstellt und die wichtigsten Personen am trojanischen Hof einführt. Movens der Handlung ist der Zorn des Achill. Dieser hat sich im zehnten Jahr des Krieges infolge einer Kränkung durch Agamemnon aus dem Kampf zurückgezogen. Als eine Niederlage bereits abzusehen ist, kann Patroklos, der Freund des Achilles, diesen dazu überreden, ihm seine Rüstung zu überlassen, um die Trojaner zu täuschen. Die Taktik hat aber nur kurze Zeit Erfolg und Patroklos wird von Hektor, dem ältesten Sohn des Königs Priamos von Troja, getötet. Der Verlust seines Freundes erzürnt Achilles so sehr, dass er in den Kampf zurückkehrt und schließlich in solche Raserei gerät, dass ihm die Tötung Hektors als Rache nicht genügt. Er verwehrt dem toten Feind die Bestattung, was jedoch gegen göttliches Recht verstößt. Paul Hühnerfeld verzichtet (anders als der Film „Troja“, s.u.) auf die Schilderung der grausamen Schändung des Leichnams durch den rasenden Achill. Schließlich sucht Priamos, der greise Vater des Hektor, Achilles selbst im feindlichen Lager auf und bittet diesen um Erbarmen. Damit rührt er das Herz Achills, sodass die Bestattung Hektors schließlich stattfinden kann. An dieser Stelle endet die Ilias des Homer. Paul Hühnerfeld fügt dem Kapitel noch die Episoden vom Tod des Achill und vom trojanischen Pferd an, der berühmtesten List des Odysseus, die nach zehn Jahren Krieg zum Untergang Trojas führt.

Das fünfte Kapitel – „Die Heimkehr des Agamemnon“ – behandelt die Familientragödie am Hof zu Mykene, deren verschiedene Episoden seit der Antike Gegenstand zahlloser literarischer Verarbeitungen sind. Am Beginn steht die Ermordung Agamemnons durch Klytämnestra und deren Liebhaber Ägisth (vgl. Kapitel 1) nach seiner Rückkehr aus dem trojanischen Krieg. Klytämnestra, die ihrem Mann den Verlust der Tochter Iphigenie nie verziehen hat, erschlägt Agamemnon im Bad und erklärt Ägisth zum König von Mykene. Elektra, Iphigenies Schwester, hasst Mutter und Stiefvater für ihre Tat. Am Grab des ermordeten Vaters begegnet sie einem Fremden, der sich als ihr Bruder Orest erweist. Sie unterstützt ihn bei seiner Rache, der nicht nur Ägisth, sondern auch Klytämnestra zum Opfer fällt. Mit dem Mord an seiner Mutter begeht Orest das schlimmste Verbrechen, das die griechische Antike kennt und wird deshalb von den Rachegöttinnen, den Erinnyen, in den Wahnsinn getrieben und aus der Gemeinschaft der Menschen ausgeschlossen. Orest findet Zuflucht im Tempel des Apollo. Der Gott ringt den Erinnyen das Zugeständnis ab, das Urteil über Orest in die Hände eines Schiedsgerichts in Athen zu legen. Das Gericht tagt unter dem Vorsitz der Göttin Athene. Apollo legt bei der Verhandlung dar, dass Orest als Sohn von Agamemnon und Klytämnestra vor zwei Pflichten stand, die miteinander unvereinbar waren: den Tod des Vaters zu rächen und die Mutter zu ehren. Nach Auszählung der Stimmen zeigt sich, dass in Bezug auf Freispruch oder Tod des Delinquenten Stimmengleichheit herrscht. Athene entscheidet den Fall, indem sie ihre Stimme zugunsten Orests abgibt. Damit der Tantalidenfluch nun endgültig gelöst werde, soll Orest im Auftrag von Apollo zu den Skythen reisen, um von dort ein Bildnis der Artemis nach Griechenland zu holen. Im Tempel der Artemis in Tauris (heutige Krim) trifft Orest auf eine Priesterin, die sich als seine verschollene Schwester Iphigenie erweist. Artemis selbst hatte Iphigenie auf diese Weise vor dem Opfertod gerettet (vgl. Kapitel 3). Es gelingt Iphigenie, nicht nur das heilige Bildnis, sondern auch ihren Bruder Orest und dessen Freund und Begleiter Pylades dem Zugriff der Skythen zu entziehen und mit ihnen nach Griechenland zurückzukehren. Damit sind die Nachkommen des Tantalus schließlich von ihrem Fluch befreit.

Das sechste und das siebte Kapitel handeln von den Irrfahrten des Odysseus und seiner Heimkehr nach Ithaka. Erzählt werden die Episoden mit Polyphem, Kirke, Kalypso und Nausikaa sowie die Heimkehr, die nicht triumphal, sondern in einzelnen Schritten erfolgt: Odysseus erreicht seine Heimat als Fremder, gibt sich seinem Sohn Telemach zu erkennen und gewinnt schließlich die Herrschaft über sein Reich zurück, indem er die dreisten Freier, die seine treue Frau Penelope bedrängen, herausfordert und besiegt. Ebenso wie bei der Rache des Achill im vierten Kapitel hält sich Paul Hühnerfeld auch an dieser Stelle mit der Wiedergabe von Grausamkeiten zurück.

Textausgabe:

Paul Hühnerfeld: Der Kampf um Troja. München 1956/1986. Bearbeitete Neuauflage nach den Regeln der Rechschreibreform 17. Auflage, 2003.

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