Didaktische Hinweise & Vernetzung
Didaktische Hinweise
Mit den Sagen des klassischen Altertums sind Schülerinnen und Schüler auch des Gymnasiums heute in sehr unterschiedlicher Weise vertraut: Einige kennen mehr oder weniger ausführliche Nacherzählungen von Ilias und Odyssee, nicht wenige die Buch- und Filmreihe „Percy Jackson“ des amerikanischen Autors Rick Riordan, der die antiken Figuren und Geschichten in unsere Zeit transponiert. Auch der Film „Troja“ von Wolfgang Petersen (2004, FSK 16) ist einigen Schülerinnen und Schülern der Unterstufe bereits bekannt. Einzelne Schülerinnen und Schüler sind mit dem Stoff jedoch auch gänzlich unvertraut. Paul Hühnerfelds Nacherzählung ist gut geeignet, um der geschilderten Heterogenität zu begegnen und eine Grundlage zu schaffen, auf der alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse aufbauen können.
Auch in anderen Fächern werden Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums immer wieder mit Elementen der griechischen Mythologie konfrontiert, sei es im Fach Geschichte, sei es im Literaturunterricht aller Sprachen. In verschiedenen Kontexten spielen darüber hinaus auch Redewendungen und Metaphern wie „Achillesferse“, „Kassandrarufe“ oder „Trojaner“ eine Rolle. Durch die Vernetzung der Einzelbegegnungen (s.u.) kann das Verstehen vertieft und erweitert werden.
In Bezug auf das „Verstehen“ der Figuren (vgl. Abschnitt 3) sollte zweierlei vermittelt werden. Zum einen geht es um das Nach- und Einfühlen: Liebe und Verliebtsein, Neid und Eifersucht, Ausgeschlossen- oder Gekränktwerden, der Verlust einer geliebten Person etc. sind zeitlose menschliche Erfahrungen, die auch jüngeren Schülerinnen und Schülern bereits vertraut sind. Zum anderen sollten aber auch Unterschiede in Menschenbild und Rechtsverständnis thematisiert werden, die großenteils zeitgebunden sind, die in vergleichbarer Weise aber auch heute noch zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Überzeugung herrschen können.
Vernetzung
Abhängig von der Klassenstufe und den Möglichkeiten schulinterner Kooperation liegt eine Zusammenarbeit mit den Fächern Geschichte, Geographie, Ethik, Bildende Kunst und Latein nahe. Wichtiger als eine detaillierte Absprache ist dabei das Aufgreifen von Bekanntem in neuen Kontexten. Das kann z.B. die Frage sein, wie ähnlich oder unterschiedlich Menschen sind, die räumlich und kulturell miteinander verbunden sind, aber geographisch zwei unterschiedlichen Kontinenten – Europa und (Klein-)Asien – angehören.
Im Fach Deutsch kann der Ganzschrift von Paul Hühnerfeld die Lektüre kürzerer Erzählungen aus der griechischen Mythologie vorausgehen, etwa die Sage von Demeter und Perspephone, die es einerseits ermöglicht, in die Welt der olympischen Götter einzuführen und andererseits ein Grundverständnis für die Funktion von Mythen als Mittel der Welterklärung zu vermitteln. Darüber hinaus ist es gut möglich oder sogar wünschenswert, weitere Bearbeitungen des Stoffs in Form einzelner Episoden, Verfilmungen oder moderner Kinder- und Jugendliteratur hinzuzuziehen, Vergleiche anzustellen und den Gründen für die Unterschiede nachzugehen.
Die Auseinandersetzung mit dem Themenkreis kann vertieft werden durch die Lektüre und gegebenenfalls Inszenierung des Jugendtheaterstücks „Troja! Blinde Passagiere im trojanischen Pferd“ von Henner Kallmeyer aus dem Jahr 2021.
Textausgabe:
Paul Hühnerfeld: Der Kampf um Troja. München 1956/1986. Bearbeitete Neuauflage nach den Regeln der Rechschreibreform 17. Auflage, 2003.
Hühnerfeld: „Troja“: Herunterladen [docx][194 KB]
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