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Eine Vision: Konfessionelles Lernen als biographisches, spirituelles und multiperspektivisches Lernen

Kirchliche Dokumente wie „Die bildende Kraft des Religionsunterrichts“ definieren eine „gesprächsfähige Identität“ als Ziel des Religionsunterrichts, also die Kompetenz, über eigene religiöse Vorstellungen ins Gespräch zu kommen und sich zu ihnen zu positionieren (Schröder & Woppowa, Einleitung, 2021). Hierfür ist auch die Reflexion der eigenen konfessionellen Mentalität notwendig, denn „Ökumene kann nicht gelingen, wenn von den jeweiligen konfessionellen Prägungen einfach abstrahiert wird“ (Die Zukunft des konfessionellen Religionsunterrichts, 13) (Bischöfe, 2016).

Die konkrete Auseinandersetzung mit Konfessionen im Religionsunterricht muss der oben beschriebenen Tatsache gerecht werden, dass sich die konfessionelle Prägung bei der Mehrzahl der Christinnen und Christen und somit auch bei den Schülerinnen und Schüler mehr in Form einer unbewussten Mentalität, denn in einer konfessionsspezifischen Praxis äußert. Somit werden weder die eher stereotype Behandlung von vermeintlichen Spezifika der Konfessionen noch die unreflektierte Thematisierung der eigenen Konfession als „Normalfall“ der real erfahrenen, vielschichtigen eigenen und fremden Konfessionalität gerecht und bilden die jeweils andere Konfession ebenso wenig realistisch ab. Das zentrale Ziel liegt vielmehr darin, dass die Schülerinnen und Schüler

„im Sinne einer Wahrnehmungskompetenz (…), zahlreiche Phänomene des religiösen Ausdrucks in seinen konfessionellen Prüfungen kennen und verstehen (…) lernen.“ (Dirschel & Hailer, Nach Ausdrucksformen christlicher Religion fragen. Dialekte und Gestalten des Christentums., 2021)

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Unterrichtsvorhaben weniger klassische Konfessionsmarker denn unterschwellige konfessionelle Mentalitäten in den Blick nehmen und die Schülerinnen und Schüler somit einerseits befähigt, die eigene konfessionelle Prägung und Mentalität und die ihrer Familie/ihres Umfeldes wahrzunehmen und zu verstehen, andererseits aber auch durch eine realistische Beschäftigung mit der anderen Konfession den eigenen Horizont weiten und gesprächsfähig werden.

Derartige Lernprozesse sind subjektorientiert und machen die konfessionelle Prägung erfahrbar und ermöglichen es den Schülerinnen und Schüler, sie auch theologisch zu erklären. Die Individualität der Lernenden, ihre eigenen religiösen Ausdrucksformen und deren Lebensrelevanz bilden den Schwerpunkt des Unterrichts, nicht ein quasi repräsentativer Ausdruck einer Religion/Konfession (Meyer & Tautz, 2020), (Dirschel & Hailer, Nach Ausdrucksformen christlicher Religion fragen. Dialekte und Gestalten des Christentums., 2021). Thematisiert wird damit nicht ausschließlich die „gelehrte Religion“, sondern auch die individuellen, konfessionellen „Dialekte“, die real gesprochen werden.

Es versteht sich von selbst, dass diese Lernprozesse weit über das kognitive Lernen von Inhalten hinausgehen müssen, damit die Schülerinnen und Schüler die eigene konfessionelle Mentalität nicht nur wahrzunehmen, sondern auch reflektieren und weiterentwickeln und damit in ihrer religiösen Identitätssuche begleitet werden.

Anknüpfungspunkte aus der Fachdidaktik sind – neben der Wahrnehmung der spirituellen Dimension des Konfessionsspezifischen in Kirchenraum und Liturgie, das biographische Lernen, denn an konkreten Biographien – auch – konfessionsspezifische Verhaltens- und Denkweisen erfasst und reflektiert werden können. Darüber hinaus können auch Ansätze aus dem interreligiösen Lernen wichtige Impulse geben.

Spirituelles Lernen

Biographisches Lernen

Multiperspektivitiät, Diversität und Pluralismus

Interreligiöses Lernen

Religionspädagogische Grundlagen (nicht barrierefrei): Herunterladen [docx][150 KB]