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Spirituelles Lernen

Spirituelles Lernen

Kirchenraumerfahrung

Eine kirchenraumpädagogische Exkursion kann im Rahmen des konfessionellen Lernens zum Beispiel in folgenden Schritten durchgeführt werden (Mendl, 2008) (Orth, 2012) (Rupp, 2016):

  1. Hinführung zur Begegnung mit dem Kirchenraum
    • Stilleübung, Einführung durch Lehrkraft
    • Bewusstes Betreten des Kirchenraums
  2. Den Kirchenraum bewusst als spirituellen Ort wahrnehmen
    • Impulse zur Wahrnehmung des Raums
      • Gewölbe spüren (Kräfte nachempfinden)
      • Riechübung: „Wonach riecht es hier?“
      • Lieblingsplatz suchen, still hinsetzen
      • Raumgröße ermessen, abschreiten
      • Raum aus verschiedenen Perspektiven erfassen
    • Impulse zum Deuten und Verstehen
      • Suche nach Symbolen („Sucht im Kirchenraum 10 Symbole und benennt euer Lieblingssymbol!“)
  3. Den Kirchenraum verstehen und Konfessionsspezifika wahrnehmen
    • Impulse zum Verständnis der Kirche
      • theologische Deutung einzelner Aspekte der Kirche, z.B.
        • Himmelsrichtungen
        • Darstellungen der Fenster
        • Darstellungen der Skulpturen
        • Heiligenfiguren (z.B. Dialog schreiben lassen)
      • in einen vorgegebenen Grundriss verschiedene (liturgische) Orte eintragen lassen
      • Entdecken des theologischen Raumprogramms der Kirche (z.B. Burg, Weg, Zelt, Schiff …)
    • Impulse zum Entdecken konfessionsspezifische Aspekte
      • Katholisch:
        • Tabernakel
        • Ewiges Licht
        • Beichtstühle
        • Marienaltar
      • Evangelisch
        • Kanzel
        • Bibel auf dem Altar
    • Die Bedeutung des Kirchenraums für den Glauben entdecken und gestalten
      • Fokus: Der Kirchenraum als spirituellen Ort erfahren
        • Stille-Übungen
        • sich um den Altar versammeln
        • Gebete und Impulse auslegen, Schülerinnen und Schüler wählen Gebete aus und kommen darüber ins Gespräch
        • Biblische Texte oder Gebete vom Ambo aus vorlesen lassen und bewusst wahrnehmen
        • Erfahrung von Licht und Dunkelheit
        • Tauferinnerung am Taufstein, bewusstes Sich-Bekreuzigen
        • sich gegenseitig den Segen zusprechen
        • gemeinsam aus der Kirche ausziehen
      • Fokus: Den Kirchenraum als Ort konfessionell geprägten Glaubens wahrnehmen
        • Interviews mit Menschen, für die die konkrete Kirche eine Bedeutung hat
          • Z.B. Erfahrungen mit Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen in der Kirche
          • Biographische Erinnerungen (Taufe, Erstkommunion, Konfirmation etc.)
          • Kirche als Ort des persönlichen Gebetes
          • Lieblingsorte etc.
          • Wie sich mein Bezug zu dieser Kirche entwickelt hat
        • Interviews mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirchengemeinde
          • Hauptamtliche in der Seelsorge: Die Kirche als Gottesdienstort
          • Mesnerinnen und Mesner: Meine Arbeit in dieser Kirche

Unterrichtsbeispiel 2: „Modernes Mehrzweckgebäude oder heiliger Raum? – Annäherung an konfessionsspezifische Kirchenarchitektur (7/8)

Methodenblatt 2: „Eine Kirche ganzheitlich wahrnehmen“

Liturgisches Lernen

Das liturgische Lernen folgt dem Dreischritt des „Wahrnehmen – deuten – gestalten“: Liturgische Formen werden bewusst wahrgenommen, auf der Basis von Hintergrundwissen vertieft verstanden und gedeutet und in einem dritten Schritt im Hinblick auf mögliche eigene religiöse Vorstellungen überprüft, eventuell abgelehnt, in Gebrauch genommen oder bewusst transformiert.

Unterrichtsbeispiel 3: Fronleichnamsprozession, Marienaltäre – oder nüchterne, intellektuelle Predigten? Eine Annäherung an ev. und rk. Gottesdienst (9/10)

Methodenblatt 3: Liturgisches Lernen

Lernen an eigenen und fremden Biographien

Exploration der eigenen Biographie

Für die Selbstreflexion und Erforschung der eigenen religiösen Prägung an (z.B. Interview: „Warum haben meine Eltern mich katholisch taufen lassen?“) bieten sich zum Beispiel Lernaufgaben mit folgender Struktur an: (1) Annäherung ans Thema (2) Meine Biographie wahrnehmen und reflektieren (3) Meine Erfahrungen verstehen (Text, Erläuterung etc) (4) Die andere Konfession(en) kennenlernen, reflektieren (5) Stellung nehmen, mich entscheiden …

Auch authentische Zeugnisse (Interviews mit Vertreterinnen und Vertreter beider Konfessionen) können in solchen Lernaufgaben ihren Platz finden.

Methodenblatt 4.1: Auf der Suche nach meiner eigenen konfessionellen Prägung

Unterrichtsbeispiel 4.1: Lernaufgabe: Warum bin ich eigentlich …?

Lernen an fremden Biographien – Local heroes

Für das „Lernen an fremden Biographien“, z.B. anhand von Local heroes bietet sich der Dreischritt Wahrnehmen – deuten – gestalten an. Die Schülerinnen und Schüler lernen die betreffenden Personen kennen, setzen sich mit ihrem Engagement und der Motivation auseinander und beziehen anschließend hierzu Stellung. Vor allem für ältere Schülerinnen und Schüler ist auch die Auseinandersetzung mit authentischen Äußerungen der betreffenden Personen (z.B. Tagebuchnotizen) oder auch ein Interview mit noch lebenden Personen interessant.

Methodenblatt 4.2: Engagierten Christinnen und Christen begegnen

Unterrichtsbeispiel 4.2: „Wie weit würdest du gehen?“ Eine Auseinandersetzung mit Biographien im kirchlichen Widerstand in der NS-Zeit

Religionspädagogische Grundlagen (nicht barrierefrei): Herunterladen [docx][150 KB]

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