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Methode der Gabe

Vor allem bei jüngeren Schülerinnen und Schülern lässt sich das Zeugnislernen, das Sajak u.a. aus der „Methode der Gabe“ („Gift to the child“ (Dirschel & Hailer, Nach Ausdrucksformen christlicher Religion fragen. Dialekte und Gestalten des Christentums., 2021)) weiterentwickelt haben, gut auch für das konfessionelle Lernen adaptieren. Diese Methode regt „eine vertiefte und ausführliche Begegnung mit einem Aspekt oder Gegensatz religiösen Glaubens, der wegen seiner Bedeutsamkeit oder Heiligkeit ausgewählt wurde“ (Hull).

Im Zentrum des Lernprozesses steht ein Item/Artefakt, das für Gläubige einer bestimmten Religion/Konfession für einen besonderen Transzendenzbezug aufweist, „heilig“ ist. In dieser Sensibilisierung für die spirituelle Dimension der Items vollziehen sich – neben dem Erwerb von Faktenwissen - auch spirituelle Lernprozesse.

Der Unterrichtsprozess verläuft – in einer idealtypischen Weise – in vier Phasen, die natürlich individuell ausgestaltet werden können,

  1. Phase der inneren Beteiligung
    • Fokussieren der Aufmerksamkeit der Lerngruppe (z.B. durch eine Stilleübung)
    • Inszenierung der Präsentation des Items (z.B. durch schrittweise Enthüllung)
    • Erste Beschreibung des Gegenstands
  2. Phase der Entdeckung/Exploration
    • Genauere Beschreibung und genauere Untersuchung des Gegenstands
  3. Phase der Kontextualisierung
    • Informationen über den Gegenstand und die damit verbundene religiöse Praxis
    • Einbettung in den Kontext der Konfession/Religion, eventuell auch in den Kontext anderer Religionen
  4. Phase der Reflexion
    • Reflexion des Gegenstands auf die eigene religiöse Biographie/Praxis hin (Sajak, Kippa, Kelch, Koran. Interreligiöses Lernen mit Zeugnissen der Weltreligionen, 2010)

Unterrichtsbeispiel 1: Auf der Suche nach religiösen Gegenständen: Omas Konfirmationsurkunde und Omas Kommunion-Rosenkranz (5/6)

Methodenblatt 1: Die Methode der Gabe

Religionspädagogische Grundlagen (nicht barrierefrei): Herunterladen [docx][150 KB]